Montag, 12. März 2012

KONY 2012- und warum ihr alles kaputt machen könnt.

Also. Ich rege mich tatsächlich so über das Thema auf dass ich meinen alten Blog-für-alles remobilisiere um mich auszukotzen.
Mir ist vollkommen klar, dass meine Meinung nicht die aller trifft, aber hey, who cares?
*
Irgendwie muss immer jemand die Stimmung vermiesen. Irgendjemand schafft es immer, eine gute Sache mit Scheisse zu bewerfen und damit automatisch die Leute, die diese Sache wirklich gut fanden, wieder zu irritieren.
Und das ist noch nicht mal was Schlechtes!
Es ist immer gut, zwei Meinungen zu haben, kritisch zu sein, nicht alles zu glauben was einem mundgerecht vorgesetzt wird.

Aber bei diesem Thema, bei der Brisanz, die es nunmal innehat, hätte man sich das Ganze auch zweimal überlegen können, bevor man Links zu vermeintlich bewiesenen Theorien postet, die besagen, dass das Ganze ein Riesenschwindel der US Regierung ist, dass Invisible Children Joseph Kony zwar stoppen will, gleichzeitig damit aber die Armee von Uganda unterstützt, die selbst nicht gerade die Unschuldsengel sind. Hinzukommt, dass nun herausgekommen ist, dass offenbar nicht gerade der größte Teil der Spenden tatsächlich dem Projekt zugute kommt, sondern auch vieles für Transport, Film, Gehälter usw. draufgeht.
Das ist scheisse, in der Tat.
Und es ist gut, dass die Menschen darüber informiert werden.

Mir scheint allerdings, dass viele der Klugscheißer, die jetzt rumgehen und schreien: „KONY 2012 IST EIN RIESENSCHWINDEL, ALLES NUR WEGEN DEM ÖL, DAS DIE US REGIERUNG WILL, BLÄÄÄRGH, AUSSERDEM, WARUM AUSGERECHNET UGANDA, WARLORDS GIBT’S IN AFRIKA ZUHAUF BLÄÄRGH.“ nicht verstanden haben, um was es vielleicht wirklich geht. Um was es gehen könnte, würden nicht sofort immer so verdammte Miesmacher aus allen Ecken gekrochen kommen.
Ihr habt es schlichtweg nicht kapiert.
Ihr habt nicht kapiert, dass diese Sache einfach größer ist, als „nur“ dieses Schwein zu fangen & dafür eben etwas zu spenden.

Wie das Video schon ganz richtig gesagt hat: Menschen müssen an so etwas erinnert werden. Menschen vergessen viel zu leicht, was sie eigentlich tun können. Zu was sie eigentlich fähig sind.
Durch Videos wie dieses wendet sich die Menschheit, wenn auch nur für ne halbe Stunde, wieder anderen Problemen zu. Problemen, die selbstredend weitaus größer sind, als die, die wir haben.
Und ja, die Menschen dürfen sich besser fühlen, wenn sie das Video geteilt haben.
Ja, sie dürfen sich über banale Dinge aufregen wie die neuste App.
Ja, sie dürfen darauf stolz sein, 5 € gespendet zu haben.
Das ist nunmal unsere Gesellschaft- mal dahingestellt, ob hier nicht grundsätzlich was falsch läuft.
So sind die Menschen, und du wirst sie auch nicht ändern können, indem du ihren guten Willen (WENN sie doch endlich mal einen zeigen!) madig und ihnen Vorwürfe machst, dass sie so sind wie sie sind.
Ihr irritiert diese ganzen spendenbereiten Leute und damit erreicht ihr nicht, dass sie sich jetzt vielleicht mehr informieren oder das Ganze kritischer beobachten- fuck nein.

Ihr erreicht damit nur, dass die, die schon beinahe ihre Kreditkarte gezückt hatten, sie wieder einstecken. Lieber gar nix spenden.
Lieber weitermachen als wär nix gewesen.
Gut gemacht, vielen Dank hierfür.

 
Und verdammt, die meisten dieser unerträglichen Weltverbesserer posten ihre ach so kritischen Posts von ihrem verdammten iPhone! Was soll der Müll, ist denn jegliche Relativität verloren gegangen?!
Fasst euch doch an eure eigenen dicken Nasen, bevor ihr hier einen auf mega Sozialkritiker macht, echt.

Hört auf, die Menschen für das was sie sind, zu beleidigen. Es hilft weder euch, noch den Kindern in Uganda, wenn ihr das, was die Organisation aufzubauen versucht, durch den Dreck zieht.

Mir ist klar, dass Afrika ein Kontinent mit vielen Problemen ist.
Und es ist auch klar, dass etwas dagegen getan werden muss.
Und der Witz an dieser ganzen Invisible Children Sache ist doch, dass sich auf einmal viel mehr Menschen angesprochen fühlen.
Das Video zeigt einem die Hintergründe, eine Story, mit der sich jeder verbunden fühlen kann.
Das ist der Unterschied.
Das ist der Grund, warum soviele helfen wollen.
Es ist keine Fernsehanzeige mit einem hungernden Kind, in der einfach nur eine Kontonummer gezeigt wird mit dem Spruch „Helfen Sie!“, sondern es spricht einen direkt an.

Hinzukommt, dass man nicht nur spenden soll- man soll aktiv werden!
Und so Massenaktionen á la Flashmob sind eben total im Trend- die Menschen machen sowas gern.
Und ich seh‘ keinen Grund, ihnen irgendwas davon kaputtzumachen.
Es ist einfach größer.
Irgendwo muss man beginnen.
Ich glaube, KONY 2012 ist nicht einfach nur ein Trend.
Ich meine, das ist ein Anfang. Es könnte tatsächlich einer sein.

Oh Mann, meine Endsätze werden immer genialer.
PS: Klugscheißer, die sich angesprochen fühlen, dürfen beleidigt sein.
PPS: Ich will keine Diskussion anfangen- in sowas verlier‘ ich immer. Ich wollte einfach nur mal meinen Standpunkt loswerden. Kkthxbb.

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