Montag, 31. Januar 2011

Von Elternbesuchen, Überschwemmungen und Verlassen werden.

Ooooh Leutz, soviel zu erzählen und sooo wenig Zeit und Muse.
Aber für euch, meine wenigen treuen Leserlein, mach ich das natürlich gern und auch noch nachts um 12 nach 8 Stunden Stehen und Lächeln.

Also.
Wo fangen wir an.
Meine Eltern waren hier. Vom 23. bis zum 30.01. Voll toll, ich hab mich soo gefreut.
Und weil ich so ein alter Rezeptionshase bin, hab ich denen natürlich auch gleich mal eine unserer geilsten Suiten reserviert, die 2438.
Die kommen so an und ich hab sie am Flughafen abgeholt.
Die hatten dann auch direkt von daheim n Auto gemietet gehabt, mit Avis.
Und unser Hotel arbeitet mit Avis zusammen.
Ich erwähn bei der Avisfrau so, dass ich da arbeite und die so voll begeistert, aaah, da kommt sie seit 20 Jahren jede Woche mal hin, total toll, voll super, warum hab ich das nicht gleich gesagt, da gibt sie uns gleich mal n besseres Auto.
Voll fäääääd.
Connections, Alter, Connections.

Sind dann ins Hotel gedüst, eingecheckt, ich hab denen n paar Leute vorgestellt und dann sind wir noch ne Runde gelaufen.
Musste denen ja alles zeigen, da hab ich mich schon voll toll und pro-mäßig gefühlt, ja :)

Aber natürlich kams wies kommen musste:
Meine Eltern kamen an und prompt gabs scheiss Wetter.

So auch dann zwei Tage später.
A.k.a der Jahrhundertsturm.
Es hatte die komplette Nacht durchgepisst bei Windstärke 30000  und kaum komm ich dann an einem meiner freien Tage runter um meine Eltis vom Frühstück abzuholen, was sehen meine trüben Augen:
Überall in der Eingangshalle Decken und Handtücher auf dem Boden, weil’s tatsächlich und ohne Scheiss durch die Decke geregnet hat.
Vorm Restaurant war n See, ein Wunder dass wir die Gäste nicht mit nem Boot rüberfahren mussten.
Die haben dann schon aus Decken und Handtüchern so ne Art Steg gebaut gehabt, dass die wenigstens halbwegs trockenen Fußes zu ihrem Frühstück konnten.
Ein Teil der Decke vom Restaurant war tatsächlich runtergekracht, überall im Hotel hats getropft, wir hatten ca eine Million Reklamationen wegen Wasser im Zimmer.

Und weil ich eben so bin wie ich bin (herzensgut, sozial und loyal) hab ich mir prompt dann den Wischmopp geschnappt und die Hälfte meines freien Tages damit verbracht, Wasser aufzuwischen.
Gott sei Dank hatte es dann halbwegs aufgehört zu regnen und damit wars dann nicht soo schlimm.
Wir hatten offenbar sogar noch recht viel Glück gehabt.
Laut Nachrichten stand halb Arrecife unter Wasser, Brücken mussten gesperrt werden und ein paar Hotels sogar evakuiert.
Typisch Spanien: Da regnets mal zwei Tage durch und schon gibt’s Überschwemmungen und Massenpaniken.
Aber mein Gott, wir haben das Ding geschaukelt und gut wars.

Ich hatte leider nur 4 Tage von den 7, die meine Eltern da waren, freibekommen und nachdem ich dann mit meinen Ellis bisschen die Insel anschauen war und jetzt endlich mal ne Ahnung von den Sehenswürdigkeiten hab, die ich den Gästen bisher jeden Tag komplett ahnungslos aufgeschwatzt hab, musst ich dann wieder arbeiten.
Wir waren im Jardin de Cactus, Jameos del Agua, Cuevas de los Verdes, usw.
Alles super.

Ich hab innerhalb von 3 Tagen soviel von der Insel gesehen wie in den 3 Monaten davor nicht.

Natürlich war prinzipiell die ganze Zeit, die meine Eltern hier waren, scheiss Wetter, wie kann es auch anders sein.
Sonntag sind meine Eltern wieder gefahren, voll traurig, und ich musste um 3 anfangen zu schaffen.

Das war auch Isas letzter Tag hier. Isabel, meine treue Zimmergenossin aus der Schweiz, hat mich heute verlassen.
Nach 6 Monate Praktikum hier ist sie heut um 2e in ihre schwizerdütsche Heimat zurückgekehrt und hat mir ein vor Dreck starrendes Zimmer und ein Haufen Alkflaschen hinterlassen.
Ich werd sie vermissen, sie ist echt klasse.
In einer Woche verschwindet Messi auch wieder zurück nach deutschland, jeder verlässt mich :(
Dafür werden dann kurz drauf 4 neue Praktikanten kommen und- wie kann es auch anders sein- es sind Holländer.
Die Holländer werd ich im Leben nicht mehr los.
Hoffentlich sinds wenigstens coole Holländer.

Aber ich hab ja jetzt noch Martina. Martina ist ne neue Quasi-Praktikantin aus Kroatien, wo sie Chefin der Rezeption in auch nem Solmelia hotel ist.
Und die bildet sich hier bisschen weiter, weil sie mal Hoteldirektorin werden will.
Die ist 28 und echt cool.
Und voll dünn und groß.
Und sie bleibt auch bis Anfang April, also noch 3 Monate.

Echt heftig.
3 Monate bin ich jetzt nur noch hier.
Ich hab schon über die Hälfte meiner Auslandszeit hinter mir.
Jetzt rückblickend gings echt schnell.
Vorallem seit ich hier bin, weil ich mich hier eben so abnormal wohlfühl.
Ich hatte so elend Glück mit meinem Hotel hier, weil die ganzen Leute hier so abartig cool und lässig und freundlich sind.
Und dass mir die Arbeit so arg Spaß macht.
Klar ist es stressig, aber mich freuts einfach, wenn ich die Gäste glücklich machen kann oder wenn sie zurückstrahlen, wenn ich sie anstrahl.

Und natürlich mag ich’s auch, dass alle Spanier auf mich abfahren, weil ich blond bin.
Bwahaha.

Gibt’s noch was?
Bestimmt, aber grad fällt mir echt nicht mehr ein.
Und meine Hand tut vom schnellen Tippen weh.

Besitos a Alemania.
Os echo de menos.