Freitag, 30. August 2013

Update.



Ich habe jetzt schon seit einiger Zeit nichts mehr geschrieben, aber ich bilde mir nicht ein, dass ihr auch brennend drauf wartet, etwas aus meinem absolut spannenden Leben hier zu erfahren.
Ich tu mich aber irgendwie leichter zu schreiben wenn es mir nicht so gut geht, dann fließt das alles irgendwie besser, was irgendwo klar ist, weil man beschwert sich immer leichter als davon zu erzählen wie gut es einem geht.
Was ja für das Hier & Jetzt  im Grunde positiv ist, weil das bedeutet, dass es mir die letzte Zeit gut ging. Und es geht mir gut. Wirklich gut.  
Vielleicht lags auch daran dass ich die letzte Zeit einfach NUR Frühschicht hatte und damit mehr oder weniger um die gleiche Zeit Schluss habe wie Angi – und da beschäftige ich mich danach lieber mit Angi und dem realen Leben als nen Blog zu schreiben.
Seid stolz auf mich! Ich bin sozialisiert!

Ich hatte zweimal tollen Besuch, wir waren am Strand, im Park, auf Straßenfesten, ich gehe so gern arbeiten, dass ich es schon richtiggehend vermisse, sobald ich mal 4 Tage am Stück frei habe.
Jaja, dieses Arbeiten.
Es macht mir so sehr Spaß. Natürlich ist es nicht toll, von Gästen angebrüllt zu werden, dass der Zimmerservice scheiße schmeckt, warum Kinder nicht in den Spa-Bereich dürfen, warum zur Hölle die Zimmerkarte nicht funktioniert und warum es bitteschön noch keinen Weltfrieden gibt.
Die Welt wäre ein weitaus schönerer Ort wenn Menschen kapieren könnten, dass Rezeptionisten nicht für alles Elend dieser Welt persönlich verantwortlich sind.
Ohja, diese Gäste.
Da muss ich mir ja sowieso mal was von der Seele schreiben und mich ein wenig auskotzen. Vorurteile und Klischees sind, was Nationalitäten betrifft, zu 90% wahr.
Japaner schreien, Russen werfen mit dem Geld im wahrsten Sinne des Wortes um sich und Franzosen sind arrogante Arschlöcher.
Wie gesagt, zu 90%. Ich habe einen zauberhaften französischen Praktikantenkollegen, aber es ist nunmal Tatsache, dass Franzosen grundsätzlich erst einmal davon ausgehen dass jedes Lebewesen auf dieser Erde ihre Sprache spricht und es vollkommen legitim ist, dies in Spanien (und vermutlich im Rest der Welt) vorauszusetzen. Da wird nicht erst einmal gefragt, ob der Gegenüber denn dieser wunderbaren Sprache mächtig ist – Nein, da wird munter drauflosgeplappert.
Und wenn man sie dann mal nicht versteht, sind sie ganz empört und herablassend.
Ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe in den letzten vier Wochen mehr französisch gelernt und angewendet als in den sage und schreibe 8 Jahren in der Schule.

Aber ansonsten bin ich, glaube ich, Dienstleisterin mit Leib und Seele. Einige von euch werden das sicherlich nicht bestätigen können, schließlich bin ich die Letzte die fragt ob man was zu Trinken haben will, wenn man bei mir zuhause ist, aber das ist ja auch was anderes.
Ein bisschen zumindest.
Ich liebe es, wenn Menschen dankbar sind und ich freue mich immer richtig, wenn ich ihnen weiterhelfen kann.
Wie gesagt, das Arbeiten ist einfach supi.
Und auch sonst bin ich wirklich zufrieden.
Natürlich hausen wir immer noch in diesem Drecksloch, in dem die Katze mehr Rechte hat als wir, aber wir kommen klar.
Man muss einfach nur ständig im Hinterkopf daran denken, dass egal wo man ist und was man tut – die Katze ist ganz sicher schon vorher da gewesen.
Ich hatte bisher zweimal ganz wunderbaren Besuch – einmal war mein jüngeres Ebenbild da und dann noch meine Tante.
Mit meiner Schwester war es im Grund ein einziges Gelage; was wir in diesen zwei Tagen alles verdrückt haben ist kaum zu glauben.
Außerdem haben wir das unglaubliche Kunststück geschafft, durch den Parc Güell zu laufen, ohne die Terrasse mit den Mosaikbänken zu finden. Wer noch nie dort war, das ist im Grunde der Hauptgrund, in den Park zu gehen. Aber wir haben das irgendwie nicht geschafft.
Mit meiner Tante zwei Wochen später habe ichs dann aber auch noch gesehen. Überhaupt, endlich habe ich mal die ganzen Sehenswürdigkeiten besucht, von denen ich täglich den Leuten an der Rezeption erzähle, ohne auch nur einen blassen Schimmer zu haben, wie es dort aussieht. („Was würden Sie denn empfehlen unbedingt gesehen zu haben?“  - „Ja ganz klar, Casa Batlló und La Pedrera, Sagrada Familia und Parc Güell.“)
Hachja, ich liebe meinen Job.
Zweieinhalb Monate sind halt einfach mal schon vorbei.
Bald bin ich wieder daheim. Im Grünen. Darauf freue ich mich ehrlich gesagt am Meisten. Saubere Luft ahoi.
Nicht mehr durch den Mund atmen zu müssen, das ist schon was feines.

Was gibt es sonst noch an Schmankerln aus unserem unfassbar spannenden und spanischen Leben?
Außer dass der Angi ein Vogel in die Kniekehle (!) gekackt hat, eigentlich nichts.
Aber das ist schon extrem klasse. In die Kniekehle einfach. Voll der Sniper-Vogel.
Ansonsten sitzen wir beide mehr unregelmäßig als regelmäßig an unseren Facharbeiten, gehen abends öfters ne Clara trinken (Jepp, ein Radler heißt hier Clara – und mein Radlerkonsum hier in Spanien übertrifft den meines bisherigen Lebens um Längen) und wenn wir mal zusammen frei haben – so wie dieses Wochenende, FUCK YEAH - dann gehen wir hart einen drauf machen.
Das muss man ja dann ausnutzen.

So.
Das wars vorerst aus der wunderbaren Welt der Miriam.
Tauchet nun auf und widmet euch eurem eigenen Leben.

Mittwoch, 19. Juni 2013

Anfang.



Es ist so verrückt jedes Mal.
Monate, Wochen davor freut man sich einfach nur. Pure Freude. Pure Abenteuerlust. Purer Bock auf Neues. Du bist so gottfroh wegzukommen. Rauszukommen. Fliehen zu können.

Und dann, eine Woche davor, bröckelt plötzlich alles.
 Du bekommst Angst. Auf einmal erscheint zuhause alles doppelt so schön, die Leute doppelt so wichtig.
Du merkst, dass du gar nicht so richtig weißt auf was du dich da einlässt. Was einen erwartet.
Und plötzlich sucht man nach dem Grund warum man eigentlich weg wollte.
Wer ist so blöd und gibt freiwillig seinen nestwarmen, gemütlichen Platz zuhause auf?
Wo man glücklich ist, wo man hingehört. Wo Leute sind, die einen lieben und denen man wichtig ist.

Aber es ist zu spät.
Die Nacht vor der Fahrt zum Flughafen ist die Schlimmste deines Lebens.
 Pure Verzweiflung, Chaos im Kopf, Bauchschmerzen, Heulkrämpfe.
Wenn du jemanden hast, der in dieser Nacht bei dir ist, bist du ein Glückspilz.
Könntest du flüchten, würdest du es tun.

Und dann sitzt du am Flughafen und dir ist schlecht. Jedes Wort macht alles schlimmer.
Du würdest dich am liebsten an einer Säule festhalten, während die anderen dich an den Füßen zum Sicherheitscheck zerren wollen.
Doch du sagst nichts. Du machst nichts. Du verabschiedest dich und gehst durch den Sicherheitscheck.
Gehst zum Gate, steigst in den Flieger.

Und dann bist du da.
In einem fremden Land.
Mit fremden Menschen.
Du kennst niemanden und niemand kennt dich.

Aber weißt du was? Es ist wirklich einfach nur Gewöhnungssache.
Es ist natürlich, Angst vor dem Unbekannten zu haben. Angst vor Neuem. Es ist normal, dich nach deinem Zuhause zu sehnen, nach deinen Freunden, deiner Familie.
Es ist in Ordnung, jede Nacht zu heulen und zu glauben, man würde nie wieder glücklich sein.
Aber du wirst es. Zwangsweise. Jeder Tag ist eine neue Erfahrung. Jeder verdammte Tag ist ein neuer Schritt.
Und selbst wenn dich die Menschen auf der Arbeit hassen, wenn du dich in deiner Wohnung unwohl fühlst und du dir wie der einsamste Mensch auf der Welt vorkommst:

Zieh-es-durch.

Um deiner selbst willen.

Selbst wenn deine Freunde zuhause sich plötzlich nicht mehr melden, wenn die Menschen die am lautesten geschrien haben ‚OH JA MANN LASS JEDEN TAG SKYPEN‘ sich tagelang nicht melden, wenn auf einmal keiner mehr Zeit hat wenn du einfach nur jemandem von deinem Tag erzählen willst:

Mach-weiter.

Immer weitermachen.
Es ist niemals für immer. Die Welt ist in Bewegung, DEINE Welt ist in Bewegung.
Jeden Tag. Jede Minute.
Das Blatt kann sich immer wenden.
________________________________________________________

Blahblah, ich weiß, dass viele einen Blog erwarten, in dem ich von der Arbeit erzähle und was ich den ganzen Tag über so mache und in dem ich ganz viele lustige Sachen erzähl – aber das kann ich momentan noch nicht.

Ich bin noch nicht so richtig drin im Ganzen.
Ich fühle mich momentan im Schwebezustand, zwischen der oben beschriebenen Einstellung und dem Gefühl, dass das alles vielleicht doch noch super werden könnte.
Ich kann noch nicht sagen, ob es das alles wert war. Die Tränen (WAS SIE IST NICHT AUS STEIN OH GOTT WAS NE PUSSY LOL), die Enttäuschungen, die Angst.

Aber oh Mann. Ich bin noch 4 Monate hier. Es kann alles besser werden.
Es wird alles besser werden.

POSITIV DENKA MUASCH.
„lol eh wasn scheis blog das interessiert doch keinen was die denkt lol was soll des“


Montag, 12. März 2012

KONY 2012- und warum ihr alles kaputt machen könnt.

Also. Ich rege mich tatsächlich so über das Thema auf dass ich meinen alten Blog-für-alles remobilisiere um mich auszukotzen.
Mir ist vollkommen klar, dass meine Meinung nicht die aller trifft, aber hey, who cares?
*
Irgendwie muss immer jemand die Stimmung vermiesen. Irgendjemand schafft es immer, eine gute Sache mit Scheisse zu bewerfen und damit automatisch die Leute, die diese Sache wirklich gut fanden, wieder zu irritieren.
Und das ist noch nicht mal was Schlechtes!
Es ist immer gut, zwei Meinungen zu haben, kritisch zu sein, nicht alles zu glauben was einem mundgerecht vorgesetzt wird.

Aber bei diesem Thema, bei der Brisanz, die es nunmal innehat, hätte man sich das Ganze auch zweimal überlegen können, bevor man Links zu vermeintlich bewiesenen Theorien postet, die besagen, dass das Ganze ein Riesenschwindel der US Regierung ist, dass Invisible Children Joseph Kony zwar stoppen will, gleichzeitig damit aber die Armee von Uganda unterstützt, die selbst nicht gerade die Unschuldsengel sind. Hinzukommt, dass nun herausgekommen ist, dass offenbar nicht gerade der größte Teil der Spenden tatsächlich dem Projekt zugute kommt, sondern auch vieles für Transport, Film, Gehälter usw. draufgeht.
Das ist scheisse, in der Tat.
Und es ist gut, dass die Menschen darüber informiert werden.

Mir scheint allerdings, dass viele der Klugscheißer, die jetzt rumgehen und schreien: „KONY 2012 IST EIN RIESENSCHWINDEL, ALLES NUR WEGEN DEM ÖL, DAS DIE US REGIERUNG WILL, BLÄÄÄRGH, AUSSERDEM, WARUM AUSGERECHNET UGANDA, WARLORDS GIBT’S IN AFRIKA ZUHAUF BLÄÄRGH.“ nicht verstanden haben, um was es vielleicht wirklich geht. Um was es gehen könnte, würden nicht sofort immer so verdammte Miesmacher aus allen Ecken gekrochen kommen.
Ihr habt es schlichtweg nicht kapiert.
Ihr habt nicht kapiert, dass diese Sache einfach größer ist, als „nur“ dieses Schwein zu fangen & dafür eben etwas zu spenden.

Wie das Video schon ganz richtig gesagt hat: Menschen müssen an so etwas erinnert werden. Menschen vergessen viel zu leicht, was sie eigentlich tun können. Zu was sie eigentlich fähig sind.
Durch Videos wie dieses wendet sich die Menschheit, wenn auch nur für ne halbe Stunde, wieder anderen Problemen zu. Problemen, die selbstredend weitaus größer sind, als die, die wir haben.
Und ja, die Menschen dürfen sich besser fühlen, wenn sie das Video geteilt haben.
Ja, sie dürfen sich über banale Dinge aufregen wie die neuste App.
Ja, sie dürfen darauf stolz sein, 5 € gespendet zu haben.
Das ist nunmal unsere Gesellschaft- mal dahingestellt, ob hier nicht grundsätzlich was falsch läuft.
So sind die Menschen, und du wirst sie auch nicht ändern können, indem du ihren guten Willen (WENN sie doch endlich mal einen zeigen!) madig und ihnen Vorwürfe machst, dass sie so sind wie sie sind.
Ihr irritiert diese ganzen spendenbereiten Leute und damit erreicht ihr nicht, dass sie sich jetzt vielleicht mehr informieren oder das Ganze kritischer beobachten- fuck nein.

Ihr erreicht damit nur, dass die, die schon beinahe ihre Kreditkarte gezückt hatten, sie wieder einstecken. Lieber gar nix spenden.
Lieber weitermachen als wär nix gewesen.
Gut gemacht, vielen Dank hierfür.

 
Und verdammt, die meisten dieser unerträglichen Weltverbesserer posten ihre ach so kritischen Posts von ihrem verdammten iPhone! Was soll der Müll, ist denn jegliche Relativität verloren gegangen?!
Fasst euch doch an eure eigenen dicken Nasen, bevor ihr hier einen auf mega Sozialkritiker macht, echt.

Hört auf, die Menschen für das was sie sind, zu beleidigen. Es hilft weder euch, noch den Kindern in Uganda, wenn ihr das, was die Organisation aufzubauen versucht, durch den Dreck zieht.

Mir ist klar, dass Afrika ein Kontinent mit vielen Problemen ist.
Und es ist auch klar, dass etwas dagegen getan werden muss.
Und der Witz an dieser ganzen Invisible Children Sache ist doch, dass sich auf einmal viel mehr Menschen angesprochen fühlen.
Das Video zeigt einem die Hintergründe, eine Story, mit der sich jeder verbunden fühlen kann.
Das ist der Unterschied.
Das ist der Grund, warum soviele helfen wollen.
Es ist keine Fernsehanzeige mit einem hungernden Kind, in der einfach nur eine Kontonummer gezeigt wird mit dem Spruch „Helfen Sie!“, sondern es spricht einen direkt an.

Hinzukommt, dass man nicht nur spenden soll- man soll aktiv werden!
Und so Massenaktionen á la Flashmob sind eben total im Trend- die Menschen machen sowas gern.
Und ich seh‘ keinen Grund, ihnen irgendwas davon kaputtzumachen.
Es ist einfach größer.
Irgendwo muss man beginnen.
Ich glaube, KONY 2012 ist nicht einfach nur ein Trend.
Ich meine, das ist ein Anfang. Es könnte tatsächlich einer sein.

Oh Mann, meine Endsätze werden immer genialer.
PS: Klugscheißer, die sich angesprochen fühlen, dürfen beleidigt sein.
PPS: Ich will keine Diskussion anfangen- in sowas verlier‘ ich immer. Ich wollte einfach nur mal meinen Standpunkt loswerden. Kkthxbb.

Montag, 4. Juli 2011

feels like... reunion.

Ich hatte sie wieder! 5 tolle Tage lang!
Martina, meine Martina, meine Zimmernachbarin & Lieblingsfreundin von Lanzarote.
Ich war da, bei ihr, in Kroatien.

Es war so unglaublich toll, sie wiederzusehen.
Ein Stück Lanzarote wiederzuhaben, sich stundenlang über Lanzarotesachen in Lanzarotestimmung auf Lanzarote zu unterhalten.
Lanzarote aufleben lassen!

Die ganzen Erinnerungen wieder hochzuholen, sich wieder einmal klarzuwerden, wie unbeschreiblich die Zeit dort gewesen ist und wie schrecklich traurig es ist, dort vermutlich nie mehr hinzukönnen.

Außer Martina, die geht im Januar wieder für drei Monate.

Weil weisch, des wisst ihr ja vielleicht gar nicht. Ich erzähl mal bisschen von weiter vorne.

Martina stieß zu uns ('uns', die damals schon auf Lanzarote waren) im Januar und am Anfang dacht ich mir nur immer so: 'Ey, wer ist das, die immer mit den Chefs und der Direktorin unterwegs ist und WARUM ZUM GEIER darf sie im Gästerestaurant essen und ich nicht?!'

Je öfter wir zusammen weggingen und natürlich der Umstand, dass ich aufgrund Overbookings mein Einzelzimmer verlassen und mit ihr zusammenziehen musste, desto mehr fand ich sie toll.
Ich mein, sie ist 28 und machte das Praktikum dort, weil sie in Kroatien Chefin der Rezeption in nem Sol Melia Hotel ist & ihr das aber nicht reicht und sie Direktorin werden will und eben dann nach lanzarote geschickt wurde zum Erfahrungen sammeln und der Satz macht jetzt schon keinen Sinn mehr und ich weiß auch gar nicht mehr wie ich ihn intelligent und sinngebend beenden soll, ABER EGAL!

Auf jeden Fall! Ich hab sie sehr liebgewonnen, weil sie sich einfach nicht wie fast 30 (haha) verhält, sondern einfach so junggeblieben ist, in allem was sie tut und macht und sagt.
Ausserdem hat sie in 3 Monaten Spanisch gelernt. Und zwar so wie ich. Und ich hatte davor schon 3 Jahre in der Schule, das find ich durchaus beeindruckend, ja!
Mit ihr wars immer viel leichter Spanisch zu sprechen, eben weil sie auch keine Muttersprachlerin ist und sie auch nicht immer alles richtig konjugiert, die falschen Worte benutzt usw und so fort.

Und es war so traurig, als sie Anfang April gegangen ist.
Ohne sie war Lanzarote nicht mehr dasselbe.

Und jetzt war ich bei ihr. 5 tolle Tage. :)
Hab bei ihr gewohnt. Sie hatte leider nicht soviel Zeit für mich, ist eben vielbeschäftigte stellvertretende Direktorin.
Aber ich war die Tage VIP in ihrem Resort an der istrischen Küste und das war schon nice.
Muss man sagen.

Eigentlich gibts gar nichts Tiefsinniges zu sagen diesesmal. Ich schreib nur, weil ichs im Hirn behalten will und was ich einmal geschrieben hab, vergess ich selten wieder.

Ich freu mich, dass die Freundschaft mit Martina hält. Dass das dank Skype und Facebook tatsächlich funktionieren kann.
Kontakt zu halten. Über Ländergrenzen hinweg.
Dass ich Lanzarote irgendwie aufrechterhalten kann.

Und im November kommt sie zu mir. Große Freude darauf. Sehr große Freude.

Montag, 20. Juni 2011

Die Entjungferung.


So. War ich also auch mal auf diesem ominös-populären Southside.
4 Tage Dreck, Wind, Schlamm, fettige Haare und wirklich gute Musik.
Festival eben.
Und das nüchtern. Das war ja das große Experiment. Ich und mein zwei Jahre jüngerer Klon Clara, beide überzeugte Nichttrinker, zu Zweit auf nem Festival. Unser erstes Mal!
Und weil mir währenddessen soviel eingefallen ist, was ich der Welt mitteilen möchte, kommt da eben jetzt ein Blog drüber. Aber kein Blog im Sinne von „Erst waren wir da, dann da und dann hats unser Zelt weggeweht, dann haben sie unseren Stuhl geklaut und unser Sackkärrele, dann sind wir dahin und dann da und dann wieder heim.“  SONDERN mehr so was mir aufgefallen ist.
An den Leuten. Umgebung. An dem ganzen SPIRIT was da so vorherrscht.
Cheggsch oder.

Okay.
Also. Das Erste, was mir aufgefallen ist und was mich die GANZE Zeit immer wieder so abnormal gestört hat, sind diese ganzen erzwungenen Individuen.
Die Bezeichnung gefällt mir. Erzwungene Individuen. Mir ist klar, dass das ein Paradoxon ist.
„Oh hi, schaut mich an, ich bin so abnormal alternativ, mir ist sowas von egal was andere von mir denken und das muss ich jedem zeigen, fuck the system, lololol. Ich bin anders als alle anderen und meine freunde sehen genauso aus wie ich und es pisst und ist nacht aber HAUPTSACHE ICH TRAG MEINE SO COOLE MINDESTENS GENAUSO ALTERNATIVE SONNENBRILLE DIE GANZE ZEIT DAMIT JEDER SIEHT WIE ABNORMAL ABGEFAHREN ANDERS ICH BIN.“
Diese verfluchten Sonnenbrillen.
Nachts um 2 bei Regen, aber ne Sonnenbrille aufhaben. Am Besten noch diese megamäßig angesagten Ray Ban Teile.
Das macht mich so aggressiv.
Vielleicht steckt hinter dem Ganzen irgendwo ein versteckter, tieferer Sinn, der mir dummerweise verborgen bleibt aber das ändert nichts an der Tatsache, dass es mich aufregt.
Genauso wie diese verdammten Schuhbändel um den Kopf.
Achja und es hat – 23 Grad und quasi Eisregen, aber Gummistiefel und Hotpants sind ja das HOT der Saison.

Was mir so gut gefällt, ist die Stimmung.
Klar, sind alle besoffen und mir scheint langsam, dass so mancher Festivalbesucher nur hinkommt, um 3 Tage durchzusaufen („EY ihr, kommt, trinkt was mit mir!“ – „Ne, danke.“ – „ALTER IHR SEID VIEL ZU NÜCHTERN WAS WOLLT IHR ÜBERHAUPT HIER EY!“) und nicht wegen der guten Chance ein Haufen richtig guter Bands an einem Wochenende live sehen zu können, aber jeder ist so derbe gut drauf und einfach jeder ist dein Freund. Das mag ich.
Apropos Musik, darum geht’s doch!
Überragend waren Flogging Molly, the Subways, Kaizers Orchestra, My Chemical Romance und Incubus.
The Sounds wären auch geil gewesen, hätt die Technik nicht so abnormal gesponnen und wär die Sängerin nicht offensichtlich komplett stoned gewesen.
Zu Zweit wars halt bisschen doof. Und besoffen lassen sich eben leichter Kontakte schließen.
Aber zumindest haben wir mit unseren Nachbarinnen eine Gitarrensession gehabt :)
Das war cool.

Jetzt hab ich mir das Wichtigste von der Seele geschrieben.
Achja. Und ich hab nen Sonnenbrand. Und wir hatten viel zu viel zu essen dabei.
Das nächste Mal mit mehr Leuten und besser Wetter, por favor.


Die Überschrift kann man übrigens doppelt werten. Die Entjungferung von mir als Festivalbesucher und die Entjungferung des Blogs durch einen Blog der gar nix mit Mimme en Espana zutun hat.
Verrückt!

Übrigens: "Doch man sieht, es ist Obst im Haus."

Samstag, 14. Mai 2011

El fin.


13 TAGE VOR SCHLUSS:

Gut.
7 Monate meines Lebens sind nunmehr vorbei.
Weg.
Verbracht in Salamanca und einem Hotel.
Gibt’s einen Abschluss?

Irgendwas, sowas mit Strich und Plus und Minus und Geteilt?
Habe ich was gelernt?
Was hab ich gelernt?
Bin ich irgendwie anders geworden? Hab ich meine Weltweitsicht entdeckt? Weiterentwickelt, zurückentwickelt, neuentwickelt?
Gefühle entwickelt, verloren?
Freunde gefunden, verloren, vergessen?

Es ist schwer, sowas wie einen Abschluss zu machen.
Weil entweder fehlen mir die Worte, so wie fast immer, oder ich bin zu faul.

Aber ich denke, ich werde das Hiersein vermissen.

Ich werde vermissen, „Mi Niña“ genannt zu werden. Das hört sich einfach immer so abartig liebevoll an, selbst wenn man sich gar nicht kennt.
Von German immer eine mit ner Serviette umwickelte Cola zu kriegen, nur weil ich einmal gesagt hab, dass mir die Hand abfriert.
German im Allgemeinen, weil er mich von Anfang bis Ende einfach mal geliebt hat :D
Ich werds vermissen, von Alberto „Beautifuuuul“ genannt zu werden, ich werd das Frühstück vermissen, rauchend & skypend in der Abendsonne auf dem Balkon zu sitzen.
Den Lärm vom Brunnen in der Eingangshalle, die ständige Anwesenheit des Flughafenlärms.
Ich werd die Uniform vermissen, die Weltanschauung der Menschen hier, die spanische Mentalität.
Nikki Beach, San Miguel, Heinekenbar – weils da so gute Nächte drin gab.
Mit allen zusammen ‚Danza Koduro’ zu tanzen.
Mich trilingual zu unterhalten, und das meistens gleichzeitig.
Das Wetter, den Wind.
Das erleichterte Lachen von deutschen Gästen, wenn sie merken, dass sie bei mir nicht Englisch reden müssen.
Die vielen ‚Danke’.
Alle meine Praktikantenkollegen. Vergangene (Isa, Messi, Martina, Wladi), sowie aktuelle (Roberto, Kirsten, Jens, Nuria, Juan Antonio, Evy, Sarah).
Ich werds vermissen mit Hector zu arbeiten („Hvordan gor det?“), mit ihm zu wetten, welche Nationalität die ankommenden Gäste haben.
Luci, weil sie einfach die coolste Kollegin ist.
Rosana, die mir immer so tolle Zimmer für meine Besucher gegeben hat und weil sie einfach so ein mütterlicher Typ ist.
Ramón, der kubanische George Clooney, der mit 49 noch mehr abgeht als so mancher 20-Jährige.

Ich werds vermissen, kaum allein zu sein.

Ich hab in der Zeit jetzt beides erfahren, härteste Einsamkeit und das Gefühl, dass man einfach NIE für sich ist.
Ist beides nicht gut.

Ich werds auch vermissen, mich auf daheim zu freuen.

Aber wisst ihr, grad bin ich an einem Punkt, an dem ich mich hier umschau und denk: ‚Willst du eigentlich wirklich weg?’
Da hab ich auch schon mit Roberto drüber geredet und er hat gesagt, dass ich halt einfach mal fragen soll, ob sie mir noch n bisschen Zeit als Praktikantin geben und später vielleicht nen Vertrag.
So einfach ist das.
Einfach hingehen und fragen.
Und da merk ich wieder mal: OH MEIN GOTT, ICH BIN WOHL DOCH NICHT SO SPANISCH WIE ICH MIR EINBILDE.
Ich kann sowas nicht. Ich bin zu unspontan -  zu deutsch für den Scheiss.
Immer noch.

Klar, ich seh alles lockerer jetzt, ich weiss, dass ich keine Angst haben muss.
Aber trotzdem.
Ich fühl mich unwohl dabei. Immer noch.

Noch ein halbes Jahr kanarischer Einfluss und ich würd bestimmt drüber weg sein.

Aaaaber gut.
Ist schon geschwätzt jetzt erstmal.

Ich freu mich ja auch auf euch zuhause.
Auf ein paar Personen besonders BESONDERS arg, aber im Grunde schon auf alles.
Naja. Nicht alles.

Ich bin gespannt, wo ich mich wohler fühlen werde.

Ich will hierhin zurückkommen.
Und seis nur für Urlaub n paar Tage.
Ich will die Menschen hier so arg wiedersehn.
Und wissen ob die mich in nem halben Jahr noch wiedererkennen.
Was ich bezweifle.

Hier kommen jeden Monat neue Praktikanten an und ich war zu schüchtern um nen bleibenden Eindruck gemacht zu haben.

Mal sehn.
Ich will trotzdem nicht den Kontakt verlieren.

Feines Facebook, feines Skype.
Ich bin der Technik dankbar.

Vorallem zu Martina nicht. Weil Martina schlichtweg die Beste ist.
___

9 TAGE VOR SCHLUSS:

Ich muss dazusagen, dass dieser Blog über Tage hinweg entstanden ist.
Ich schreib immer mal wieder ein bisschen, weil alles einfach zuviel ist, um sich daran in einem Rutsch zu erinnern.
Vorgestern musste ich mich schon von Ana Maria verabschieden. Ihres Zeichens Chefin der Rezeption und damit meine direkte Vorgesetzte.
Sie hat jetzt die Woche Urlaub und ich hab sie damit zum letzten Mal gesehen.
Ich komm mit ihr klar, hab vielleicht keinen direkten Draht zu ihr, aber es ist okay.
Und dieser Abschied war schon traurig.

Und heute, als ich Arbeitsschluss hatte, hab ich so auf den Arbeitsplan geschaut und Abel, mon Amour, hat die nächsten zwei Tage frei und hätte Freitag erst mittags gearbeitet- ergo hätt ich ihn heut das letzte Mal gesehen.
Als ich das gecheckt hab, ists mir richtig in den Magen gefahren.
Ich hasse Abschiede, ich will mich nicht verabschieden.
Ich hasse hasse hasse es.
Diese Abschiede sind schlimmer als die von zuhause, weil ich da eben sagen konnt: „Also dann, Alter, wir sehn uns in 7 Monaten.“
Hier ist es höchstwahrscheinlich eher „Also dann, venga, auf Nimmerwiedersehen, schönes Leben.“
Und das will ich nicht.
Ich hatte zB grad mit Abel immer so elend viel Spaß beim Arbeiten.
Ich will das alles nicht zurücklassen. Ich will einfach nicht.

Vermutlich wird’s Freitag morgen so aussehn, dass ich mich schreiend an einer der Säulen in der Eingangshalle festhalt, während meine Mum und Clara mich versuchen, an den Füßen aus dem Hotel zu zerren.

Así es la vida. So ist das Leben.
Kaum fühlt man sich wohl an einem Ort, kaum hat man etwas oder jemanden gefunden, kaum ist man richtig angekommen – muss man weg, wird man fortgerissen, weil eben einfach immer weitergeht.

Was im Grunde ja auch gut ist, aber es ist einfach so schrecklich…. Traurig immer.

Schlichtweg traurig.

Ich will hierher zurück.
Wir haben schon alle gesagt (Wie man das eben so macht.), dass wir uns alle gegenseitig besuchen.
Roberto mich in Deutschland, Ich Roberto und Nuria in Madrid, zusammen nach Holland und Roberto und ich machen noch einen Abstecher nach Kroatien zu Martina.
Und einen Schlenker über Mallorca für Juan Antonio.

Es ist fast klar, dass das nur Geschwätz ist – so wie das immer ist.
„Natürlich besuchen wir dich, wir schreiben und skypen auch ganz oft ja? Ich besuch dich und du mich und wir telefonieren voll oft, halt mich auf dem Laufenden.“
Zwei Monate später ist alles an Kontakt über Facebook in Form von „Hi, wie geht’s?“ „Gut und dir?“ „Auch, muss weg, machs gut.“ „Tschau.“ abgewickelt und das wars.

Ich weiß, ich bin selbst so ein Mensch.
Ich bemüh mich zu wenig um die Menschen, die mir wichtig sind.

Wobei ich eigentlich hoffe, dass mir die Zeit hier n bisschen den Arsch in dem Sinne aufgerissen hat, damit ich nun endlich check, dass man für die Menschen die man liebt auch was tun muss.





Ich hoff, ich überanstreng euer mickriges Hirn nicht, wenn ich euch jetzt erzähle, dass ich schon seit einer Woche wieder in Deutschland bin.
Die Seiten davor sind noch auf Lanzarote entstanden und ich bin überrascht, wie gut ich die Zukunft vorhersehen kann.

Ich hab Heimweh nach diesem Hotel. Nach der Umgebung, der Arbeit, den Leuten.
Nach dem ganzen Lebensgefühl.
Deutschland ist so kalt. Alles in Deutschland ist kalt.
Vorallem die Menschen.

Ich fühl mich wie ins eisige Wasser geworfen, irgendwie.
Ich hatte damit gerechnet, dass ich mich erst wieder zurechtfinden muss, aber so?

Mich irritiert es unglaublich, kein Spanisch mehr zu hören.
Ich entschuldige mich auf spanisch, wenn ich aus Versehen jemand anremple. „Perdón.“ Statt „’Tschuldigung.“
Ich fluche auf Spanisch. Ich denke sogar manchmal noch auf spanisch.

Aber trotzdem merk ich, wie ichs jetzt schon verlern.
Wie abnormal schnell das geht, was geht bitte ab.
Würd ich nicht ab und an mit Roberto und den anderen über Skype reden, könnt ich in zwei Monaten wahrscheinlich nicht mal mehr meinen Namen sagen.

Aber weiter im Text.
Meine Umgebung ist erstaunlich unverändert geblieben. Ich find noch zu allen Orten, die ich schon vorher gekannt hatte. Ich kann immer noch Auto und Motorradfahren.
Und reiten, das kann ich auch noch.
Deutsch kann ich leider nicht mehr.

Ein paar Menschen haben sich verändert- natürlich. Ich kann ja schlecht verlangen, dass sie in ihrer Entwicklung oder ihrem Leben stehen bleiben, nur dass wir dann so weitermachen können wie vorher sobald ich wieder da bin.
Bei mancher Person bin ich trotzdem traurig drüber.
Ich kenn ihr Leben gar nicht mehr.

Oder was auch ganz oft ist: „Boah leck, weisch noch, als wir da und da waren, das war sooooo klasse, so witzig, bester Tag meines Lebens ey.“ „Hä, wann, wo, wie, was?“ „Achneee, da warsch du ja gar nich dabei, Alter, da hasch voll was verpasst.“

Es stört mich nicht sonderlich, ich hab währenddessen ja selbst tollste Sachen erlebt, aber nach einer Weile ists ein wenig nervig.
Man ist einfach nicht mehr auf dem neusten Stand.
Was für mich als Attentionwhore und Klatschbase halt abnormal schlimm ist.

Ich langweile mich unendlich zur Zeit.
Ich bins nicht mehr gewöhnt, nichts zu tun. Die letzten 6 Monate habe ich beinahe jeden Tag gearbeitet und wenn nicht, dann konnt ich immer zwei Zimmer weiter gehen und mit jemanden quatschen. An Strand liegen oder weiß der Geier.
Dass ich das hier nicht kann, ist irritierend.

Ich vermisse meine Leute.
Wirklich.

Ich mein, der Flug nach Kroatien zu meiner beluved Martina ist schon gebucht und vielleicht kommt sogar Roberto mit, aber trotzdem: Es ist nicht dasselbe.


Jetzt, am Schluss meines total qualifizierten und objektiven Resumées zieh ich mal nen Strich

Und sag:

Ich bin gottfroh, gegangen zu sein.
Und ich danke wemauchimmermandajetztdankt, mir die Chance gegeben zu haben und mich in ein Hotel gesteckt zu haben, in dem ich mich so wohl gefühlt habe & das mir ein so tolles Zuhause war.

Weiterentwickelt hab ich mich glaub trotzdem nicht, LOL.


**********************************************
So, meine Lieben.
Das wars.
Das wars, Schluss, Aus, Ende, Finito.
Ya está.

Ich habe fertig.

Wenn ich mal was besonders witziges oder abgefahrenes erleb, oder wenn ich mal wieder nen tiefenpsychologischen Erguss habe, den die Welt UNBEDINGT erfahren muss, komm ich hier drauf zurück.

Irgendwie muss man sich ja profilieren.

Ich danke meinen drei, vier abartig treuen Lesern und auch denen, die nur einmal in 4 Monaten reingeschaut haben.

Mich freuts, gelesen worden zu sein.

Hasta luego, ade, war schee.